{"id":40,"date":"2024-08-24T11:26:54","date_gmt":"2024-08-24T09:26:54","guid":{"rendered":"https:\/\/freya.riecken.de\/?p=40"},"modified":"2024-08-24T11:26:54","modified_gmt":"2024-08-24T09:26:54","slug":"meine-1-1-2-wochen-in-samke-und-bei-meiner-gastfamilie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/freya.riecken.de\/?p=40","title":{"rendered":"Meine 1 1\/2 Wochen in Samke und bei meiner Gastfamilie"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\">Meine 1 1\/2 Wochen in Samke und bei meiner Gastfamilie<\/p>\n<p>Ich heule gerade innerlich. Das klingt jetzt vielleicht ein wenig dramatisch, aber ich habe gerade ausversehen den ersten Abschnitt von meinem Blog gel\u00f6scht und muss ihn jetzt neu schreiben und habe deshalb gerade ein richtigen Hass auf mein Tablet\ud83d\ude2d. Aber egal, also dieser Blogeintrag ist \u00fcber meine ersten 11\/2 Wochen in Finnland. Ich erkl\u00e4re im ersten Teil erstmal grob das Finnische Schulsystem, anhand von meiner Schule, da ich dachte, es interessiert euch vielleicht auch. Ich muss mich auch im Voraus schonmal entschuldigen, ich schweife zwischendurch ein wenig ab, um etwas zu erkl\u00e4ren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In Finnland werden die Kinder erst mit sieben eingeschult und somit bin ich jetzt \u201cwieder zur\u00fcck in der 10. Klasse\u201d, mit Leuten in meinem Alter. Dazu kommt, dass die Grundschule bis zur neunten Klasse geht, also bis man ungef\u00e4hr 15 ist. Das liegt daran, dass man davon ausgeht, dass man in der neunten Klasse vielleicht schon eher eine Idee hat, was man machen m\u00f6chte. Danach kann man sich dann f\u00fcr die weiterf\u00fchrende Schule (Lukio) bewerben, es kommt auf die Schule an, ob man sich auch einfach nur anmelden muss. Bis auf das Lukio gibt es auch noch so etwas wie eine BBS und man kann auch eine Art Ausbildung machen. Das Lukio hat dann drei bis vier Jahre, es kommt auf die Schule an und ist vergleichbar mit der amerikanischen High School oder unserer gymnasialen Oberstufe. Au\u00dferdem gibt es in Finnland keine zwei Halbjahre sondern f\u00fcnf Perioden, zu denen es dann auch jeweils einen neuen Stundenplan gibt.<\/p>\n<p>Die Schule werde ich jetzt anhand meiner Schule genauer erkl\u00e4ren und ich kann in ein paar Punkten nicht garantieren, dass es in allen Lukios in Finnland so ist, aber die meisten sollten allgemein g\u00fcltig sein. Der Hauptgrund daf\u00fcr ist, dass meine Schule ein spezielles Programm f\u00fcr SportlehrerInnen anbietet, deshalb komme einige Sch\u00fcler aus ganz Finnland, um die Schule zu besuchen und wohnen dann auch schon mit 16-19 in ihrer ersten eigenen Wohnung. Auf dem Sammon Keskuslukio, k\u00f6nnen die Sch\u00fclerInnen n\u00e4mlich unter anderem sehr frei ihren Stundenplan gestalten und zusammenbauen. Man hat bestimmte F\u00e4cher, die man in seiner Zeit auf der weiterf\u00fchrende Schule belegen muss, und in der Regel sind das dann immer drei Kurse pro Schuljahr. Das bedeutet, dass man in drei von den f\u00fcnf Perioden diese Kurse machen muss, die auch auf einer aufbauen. Zum Beispiel Mathe 1,2 und 3. Die Lehrer bieten dann die verschiedenen Kurse in den verschiedenen Perioden an. Oft auch mehrere Lehrer f\u00fcr zum Beispiel Mathe 1 und dann zu unterschiedlichen Zeiten in unterschiedlichen Perioden. Die Sch\u00fclerInnen k\u00f6nnen dann entscheiden, in welchen Perioden sie welchen Kurs haben m\u00f6chten und sich so ihren Stundenplan bauen. Wenn man dann in einem Kurs durchfallen sollte, kann man einfach den Kurs, und auch nur den Kurs, in einer anderen Periode neu machen, statt das ganze Schuljahr zu wiederholen. Ich wurde ziemlich entsetzt und geschockt angeguckt, als ich erkl\u00e4rt habe, dass man in Deutschland meistens das ganze Schuljahr mit allen F\u00e4chern wiederholen muss, wenn man eine sechs oder zwei F\u00fcnfen hat. Dass man so viele Optionen hat, ist aber nicht unbedingt m\u00f6glich, auf meiner Schule schon, da wir so eine gro\u00dfe Schule sind (1000 Sch\u00fclerInnen in 3-4 Schuljahren). Man hat dann das Fach f\u00fcr die Periode immer dreimal die Woche und (auf meiner Schule) immer 75 Minuten und maximal 8 verschiedene F\u00e4cher pro Periode. Die SportlehrInnen k\u00f6nnen dann zum Beispiel ihren Stundenplan um ihre Trainingszeiten herum bauen und dann auch l\u00e4nger brauchen, um alle Kurse abzuarbeiten und dann eben auch 4 oder 3 \u00bd Jahre ihr Abi machen.<\/p>\n<p>Die Abiturpr\u00fcfungen, in Finnland hei\u00dft es tats\u00e4chlich such Abitur, k\u00f6nnen dann auch auf drei Termine verteilt werden, z. B. Sommer am Ende der 2., dann im Fr\u00fchjahr in der 3. und wieder im Sommer der 3. Klasse.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>So und jetzt geht es mit meinen ersten 1 \u00bd Wochen in meiner Gastfamilie und der Schule los. Am Samstag, dem 10.08 wurde ich wie gesagt von meiner Gastfamilie in Karkku abgeholt. Meine Gastfamilie wohnt in Orivesi, dass ist etwa 40km nord-\u00f6stlich von Tampere (Tampere hat ungef\u00e4hr 240 000 Einwohner und ist damit die drittgr\u00f6\u00dfte Stadt in Finnland), wo auch meine Schule ist, und nein in diesen 40 km gibt es nur ein paar H\u00e4user und ein kleines Dorf. Orivesi hat \u00fcbrigens auch keine 10 000 Einwohner, ist aber Zuhause in Deutschland auf einer Europakarte eingezeichnet.<\/p>\n<p>Am ersten Abend haben wir nicht so viel gemacht, ich war auch ziemlich m\u00fcde vom Camp, aber ich habe mit Olga, meiner 9 J\u00e4hrigen Gastschwester, ihre Englisch Hausaufgaben gemacht. Bzw. ich habe ihr die Worte auf Englisch ausgesprochen und sie dann f\u00fcr mich auf Finnisch. Es ist lustig aber auch ein wenig traurig wenn dir eine neunj\u00e4hrige versucht Finnischen W\u00f6rter beizubringen und du es beim f\u00fcnften Mal nicht hinbekommen, die richtig auszusprechen und sie es schon extra langsam macht.<\/p>\n<p>Am Sonntag war ich dann mit meiner Gastfamilie im Gym und am Abend kam Aino, meine andere Gastschwester, sie ist fast 15, aus Tampere wieder. Sie hatte sich dort mit Freunden getroffen und dann konnte ich sie auch endlich kennenlernen. W\u00e4hrend Aino kam haben Olga und ich Hotel Transsilvanien auf Finnisch geguckt mit Finnischem Untertitel, es war eigentlich ziemlich lustig.<\/p>\n<p>Am Montag ging es dann zum ersten Mal zur Schule, ich war richtig aufgeregt. Mein Gastvater hat mich am ersten Tag hingebracht. Erst sind wir mit dem Auto 3,5 km zum n\u00e4chsten Bahnhof, der am anderen Ende von Orivesi ist, gefahren, dann mit dem Zug nach Tampere und schlie\u00dflich mit der Tram zur Schule.<\/p>\n<p>Klingt lange, dauert auch lange, wenn ich den Schulweg benutze brauche ich etwas 40 Minuten zur Schule, eine andere Option ist der Bus (50 Minuten) oder von einem kleineren Bahnhof in Orivesi, der 700m entfernt ist (auch 40 Minuten), und ja Orivesi hat einfach zwei Bahnh\u00f6fe. Der Bus und der andere Zug fahren aber zumindest morgens zu unpassenden Zeiten, weshalb der andere Zug schon am besten ist. Mein Gastvater arbeitet in Tampere an einer anderen Schule und da unsere Stundenpl\u00e4ne im Moment bis auf Donnerstags perfekt passen, kann er mich morgens mit zum Bahnhof nehmen. Es gibt aber auch einen Rufbus und am Donnerstag passt der Zug, der vom Bahnhof 700 m weiter f\u00e4hrt gut.<\/p>\n<p>In der Schule angekommen, wurde ich erstmal von ein paar Lehrern empfangen. Meine Tutorin bzw. sowas wie meine Klassenlehrerin Riikka hat mich dann erstmal mitgenommen und mir ein paar Dinge erkl\u00e4rt. Sie ist Deutschlehrerin und ihr Deutsch ist auch wirklich richtig gut und sie hat auch eigentlich keinen Akzent. Man duzt die Lehrer \u00fcbrigens in Finnland und ich habe mich daran tats\u00e4chlich auch ziemlich schnell gew\u00f6hnt. Eine der Sch\u00fclerinnen aus der zweiten Klasse, Meri, sie ist auch so etwas wie eine Tutorin f\u00fcr Sch\u00fclerInnen der ersten Klasse, hat mich dann abgeholt und mir die Schule gezeigt. Obwohl es fast 1000 Sch\u00fclerInnen gibt, ist alles in einem Geb\u00e4ude und im Gegensatz zu Deutschland haben die LehrerInnen ihre eigenen Klassenr\u00e4ume und die Sch\u00fclerInnen m\u00fcssen hin und her laufen. Dazu kommt, dass die LehrerInnen nicht so \u201crandom\u201d Kombinationen von F\u00e4chern haben, wie zum Beispiel mein Vater mit Deutsch, Chemie und Informatik, sondern Bereich spezifisch. Mein Gastvater zum Beispiel unterrichtet Social Studies (Sowas wie Politik, Wirtschaft und Geschichte). Seine Aussage dazu, als ich ihm erz\u00e4hlt habe, welche F\u00e4cherkombinationen in Deutschland m\u00f6glich sind, war:&#8220;How is that even possible, it doesn\u2019t make any sense.\u201d (\u201cWie ist das \u00fcberhaupt m\u00f6glich, es macht gar keinen Sinn.\u201d) Auch etwas, wor\u00fcber ich bis jetzt noch nie nachgedacht habe.<\/p>\n<p>In meiner Schule gibt es auf jeden Fall f\u00fcr die verschiedenen Fachbereiche Fl\u00fcgel und Etagen. Zum Beispiel gibt es den B Fl\u00fcgel mit den Sprachen, in der zweiten Etage sind Fremdsprachen, in der ersten Finnisch und in der dritten glaub ich auch Fremdsprachen.<\/p>\n<p>Nach der Schulf\u00fchrung durchs Samke (Kurzform f\u00fcr Sammon Keskuslukio) ging es dann zu meinem Oppo. Ich habe keine Ahnung, wie ich seinen Job auf Deutsch bezeichnen soll, aber er hilft den Sch\u00fclerInnen bei den Stundenpl\u00e4nen oder \u00c4hnlichem. Mit meinem Oppo habe ich dann meinen Stundenplan geplant, in der Regel machen die Sch\u00fclerInnen das selbst und allein, aber da ich eine Austauschsch\u00fclerin bin, werde ich das jede Periode einfach mit ihm machen. Ich habe aktuell auch einen ganz entspannten Stundenplan mit f\u00fcnf F\u00e4chern. Sport, Mathe, eTeho, Deutsch und Musik.<\/p>\n<p>Sport ist ganz simpel Sportunterricht, mit dem Unterschied, dass wir in unseren bisherigen Sportstunden immer eine neue Sportart gemacht haben und daf\u00fcr auch zweimal in einem Outdoor Sportcenter waren. Wir haben beim ersten Mal Gruppenspiele gespielt um uns kennenzulernen, dann Baseball (ich habe es irgendwie geschafft den Ball zu treffen, fragt mich nicht wie), Badminton, Fu\u00dfball und Paartanz.<\/p>\n<p>In Mathe hatte ich drei Optionen, entweder in den Basic Mathe Kurs, in den Mathe Kurs f\u00fcr Leute, die eventuell Ingenieur werden wollen, also ein anspruchsvollerer Kurs, oder in einen Mathe Kurs, wo wir erstmal die ganzen Sachen aus der Grundschule wiederholen. Aus irgendeinem Grund dachte ich die letzte w\u00e4re die schlauste Option, weil es nach einer Mitte klang. Naja, normalerweise sitze ich in Mathe, verstehe alles und kann was beitragen, langweile mich aber. Jetzt verstehe ich immer noch alles, habe aber keinen Plan, was der Lehrer sagt, da er Finnisch spricht und langweile mich nur noch. Immerhin ist es entspannt. Der Vorteil ist aber, dass ich den Kurs, den Sportkurs und den eTeho Kurs mit meiner \u201cKlasse\u201d hab. Wir haben alle dieselbe Tutorin und jetzt f\u00fcr die erste Periode haben wir eigentlich alles zusammen, ich halt nicht, da ich so meine Freiheiten habe, als Austauschsch\u00fclerin und zum Beispiel kein Finnisch und Schwedisch belegen muss (Finnische Sch\u00fclerInnen m\u00fcssen es, da das die beiden Amtssprachen sind).<\/p>\n<p>In eTeho lernen wir mit dem Laptops umzugehen, die alle Sch\u00fclerInnen kostenlos von der Schule gestellt bekommen (ich nicht, denn ich bin keine Finnin, aber ich kann den Laptop von meiner Gastfamilie benutzen). ETeho ist tats\u00e4chlich nur einst\u00fcndig die Woche und an den anderen beiden Stunden die Woche erkl\u00e4ren und Riikka uns (der Klasse) unser Oppo Dinge \u00fcber die Schule und wie zum Beispiel Abwesenheiten geregelt werden. Da muss ich aber theoretisch nicht anwesend sein und macht f\u00fcr mich auch nur so 50\/50 Sinn, da es halt auf Finnisch ist und das produktivste was ich tun kann, ist mir die Folien auf Deutsch zu \u00fcbersetzen, per Foto mit Google translate. Google Translate und ich sind jetzt \u00fcbrigens beste Freunde.<\/p>\n<p>Deutsch habe ich bei Riikka (ja, vielleicht kann ich nur hier einen Namen schreiben, da ich die anderen Namen meiner Lehrer dauert vergesse, bzw. nie wusste, kurzer expose, ich hab nur f\u00fcnf verschiedene, mit meinem Oppo sechs) mit Zweitkl\u00e4sslern, fragt einfach nicht wie das passiert ist, auf jeden Fall ist die Gruppe richtig gut in Deutsch, da sie schon seit der dritten Klasse Deutsch lernen und auch in einer Deutschsprachigen Klasse waren, mit anderen Worten ich verstehe fast alles. Und ich habe schon mit allen Leuten aus dem Kurs gesprochen, da Riikka es sehr ausnutzt eine Muttersprachlerin im Kurs sitzen zu haben, ich finde es aber eigentlich auch ziemlich angenehm, ein wenig Deutsch zu sprechen und sie bringt mir zwischendurch Finnisch bei.<\/p>\n<p>Musik habe ich auch mit Zweitkl\u00e4sslern und es ist definitiv mein Lieblingsfach und der Unterricht ist auch ganz anders als in Deutschland. In meiner ersten Stunde haben wir erstmal Viva La Vida gesungen, ein Teil hat Gitarre, Ukulele, E-Bass, Keyboard und Schlagzeug gespielt und seit der ersten Stunden \u00fcben wir ein anderes St\u00fcck und ich spiele Gitarre. Ich kenne jetzt ein paar Akkorde, kurze Erinnerung, ich habe vorher noch nie Gitarre gespielt und es macht echt richtig Spa\u00df. Meine Finger leiden zwar gerade sehr, da ich es nicht gewohnt bin, mit ihnen Seiten runterdr\u00fccken f\u00fcr etwa 40 Minuten pro Musikstunde, aber es macht richtig Spa\u00df. Musikunterricht in Finnland ist halt wirklich Musik machen und im Musikraum sind so ungef\u00e4hr 30 Gitarren, f\u00fcnf Keyboard, ein paar E-B\u00e4sse und Ukulelen und nat\u00fcrlich auch ein Klavier, und Mikrofone zum Singen. Und es machen alle mit, sie haben sich den Kurs ja aber auch selbst ausgesucht. Ich muss ehrlich sagen, ich bin richtig in love mit dem Unterricht. Zwischendurch haben wir auch etwas \u00fcber einen ber\u00fchmten Komponisten in Finnland gelernt (Sibelius), aber das ist nur ein ganz kleiner Teil des Unterrichts.<\/p>\n<p>Meine Lehrer sind auch alle super lieb und unterrichten nat\u00fcrlich in Finnisch, aber ich kann immer noch Fragen auf Englisch und meine Sportlehrerin erkl\u00e4rt das meiste auch noch in Englisch. Bei der Baseball Stunde hat sie mir zwar ungef\u00e4hr die H\u00e4lfte erkl\u00e4rt, dann alles auf Finnisch und ich hab mich ein bisschen verarscht gef\u00fchlt, aber es war trotzdem voll cool und ich war glaub ich auch die einzige, die nicht wusste, wie es geht, da es ein relatives herk\u00f6mmliches Ding in Finnland ist.<\/p>\n<p>Insgesamt habe ich aktuell also ein sehr entspannten Stundenplan. Die Schule beginnt fr\u00fchestens um 8:15 und auch nur Donnerstags, normalerweise beginnt sie erst um 8:30 Uhr. Ich muss aber nur am Donnerstag so fr\u00fch hin, am Montag und Mittwoch muss ich zu 10 Uhr hin und am Dienstag und Freitag sogar erst zu 11:25 Uhr. Durch meinen Schulweg muss ich aber trotzdem so ungef\u00e4hr 2 Stunden vorher aufstehen, aber es ist schon echt entspannt. Daf\u00fcr geht mein Schultag aber auch Montag und Dienstag bis 16:05, also bin ich etwas um zwanzig vor sechs Zuhause, da der Bus ein wenig bl\u00f6d f\u00e4hrt, Donnerstags und Freitags hab ich dann bis 14:40 Uhr Schule und am Mittwoch nur bis 13:25 Uhr. Da bin ich aber trotzdem erst fr\u00fchestens um kurz vor drei Zuhause.<\/p>\n<p>Da meine Schule so gro\u00df ist gibt es f\u00fcr die verschiedenen Jahrg\u00e4nge auch verschiedene Essenszeiten und da ich drei Mal die Woche mit den zweitkl\u00e4sslern Unterricht habe zur Mittagszeit, habe ich da dann erst um 12:40 Uhr Essen und an den anderen beiden Tagen um 12 Uhr, was beides relativ sp\u00e4t ist f\u00fcr Finnischen Verh\u00e4ltnisse. In meinem Deutschkurs, den ich drei Mal die Woche zur Mittagszeit habe, habe ich ein paar kennengelernt, mit denen ich dann auch Essen kann.<\/p>\n<p>Die erste Woche war aber ansonsten ziemlich stressig, aber auch ziemlich gut, da ich erst sp\u00e4t Zuhause war, auch Mittwoch und Donnerstags, da ich da noch Abends Rotary Meeting (von meiner Organisation, mit der ich das Auslandsjahr mache) hatte und sich zwischendurch nach Hause fahren nicht gelohnt hat. Zweimal war ich dann noch mit Olga im See schwimmen, der etwa 100m von unserem Haus ist. Es ist \u00fcbrigens echt interessant mit einer Neunj\u00e4hrigen zu versuchen zu kommunizieren, wenn sie so gut Englisch spricht wie du Finnisch, aber wir haben es irgendwie hinbekommen uns zu verst\u00e4ndigen.<\/p>\n<p>Ich habe mich au\u00dferdem noch mit einer anderen Austauschsch\u00fclerin, die in Tampere wohnt, getroffen. Sie kommt aus Mexiko und wir kennen uns durch die Organisation, au\u00dfer uns beiden ist noch eine Kolumbiarin in der N\u00e4he von Tampere. Am Donnerstag diese Woche habe ich mich dann noch mit einer aus Finnland getroffen, die letztes Schuljahr in den USA ein Auslandsjahr gemacht hat, das war auch ziemlich cool, da man sich nochmal ein bisschen austauschen und connecten konnte, wir treffen uns wahrscheinlich nochmal irgendwann.<\/p>\n<p>Was ich jetzt aber nochmal abschlie\u00dfend erz\u00e4hlen m\u00f6chte ist, dass alle in Finnland echt super nett und hilfsbereit sind, und es k\u00f6nnen auch so gut wie alle sehr gutes Englisch, auch wenn Finnen von sich selbst gerne behaupten, sie k\u00f6nnten es nicht. Genau das selbe \u00fcbrigens auch mit Deutsch, gef\u00fchlt jeder dritte Finne, dem ich erz\u00e4hle, dass ich aus Deutschland kommt sagt mir dann die selben zwei S\u00e4tze auf Deutsch:\u201dOh, ich kann auch etwas Deutsch sprechen, aber nicht so gut. Ich habe lange nicht mehr gesprochen.\u201d Und das ganze mit wenig Akzent, wo ich mir so denke:\u201dDas klang gerade richtig gut, aber ok.\u201d Finnen sind \u00fcbrigens auch ziemlich introvertiert, sie finden dich zwar super interessant, weil du eine Austauschsch\u00fclerin bist, aber du musst sie schon zuerst ansprechen und ich muss sagen, da muss ich manchmal schon ein wenig aus meiner Komfortzone kommen, weil man ja auch niemanden irgendwie nerven m\u00f6chte.<\/p>\n<p>Mein gr\u00f6\u00dftes Problem im Moment ist auch eigentlich, dass ich Deutsch und Englisch anfange zu vermischen, klingt jetzt vielleicht ein wenig doof, aber es ist wirklich so. Ich h\u00f6re den ganzen Tag Finnisch, rede Englisch, rede ein wenig Deutsch in meiner Deutschklasse und denke in beiden Sprachen. Ihr wisst nicht, wie oft ich diesen Text \u00fcberkorrigiert habe. Ich meine, wenn man erstmal in einer der beiden Sprachen drin ist, geht es eigentlich, aber es \u201cdroppen\u201d trotzdem immer wieder englische W\u00f6rter und ich muss ernsthaft dar\u00fcber nachdenken, was sie auf Deutsch bedeuten.<\/p>\n<p>Was ich mir in den letzten Tagen auch so gedacht habe war, dass ich noch nie so lange von Zuhause weg war und ich muss ehrlich sagen, bis jetzt ist es auch noch mega entspannt und es st\u00f6rt mich kaum.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>PS: Und ich m\u00f6chte kurz sagen, dass ich diesen Blog nur schreibe, wenn ich gerade Lust habe, also kann es sein, dass jetzt erstmal mehr kommt und dann wieder so ein Monat oder mehr gar nichts. Also erwartet bitte keine Regelm\u00e4\u00dfigkeit vo<\/p>\n<p>n mir, das stresst mich nur\ud83d\ude43.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Meine 1 1\/2 Wochen in Samke und bei meiner Gastfamilie Ich heule gerade innerlich. 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